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Im vierten Monat |
Die Organe wachsen unter fortlaufender Übung und Verbesserung ihrer Funktionen
heran. Diese Zeit ist äußerlich durch steigende motorische Aktivität
gekennzeichnet. Das Zentralnervensystem hat seine Beziehungen zum Gleichgewichtsorgan,
zu Haut, Muskeln und Gelenken soweit vervollkommnet, dass das Kind seine Lage registrieren
und von der Haut Berührungsreize aufnehmen kann, die dann einer sinnvollen
Steuerung der Bewegung dienen und einer günstigen Lage im Fruchtwasser zugute
kommen können. Es dreht sich, streckt sich, stößt sich ab, beugt
den Rumpf und den Kopf - ein bewegungsreiches Leben im ausgedehnten Fruchtwasser,
wie für einen Fisch im Aquarium. Das Wachstum ist in dieser Zeit unglaublich
intensiv. Am Ende der 16. Woche ist das Kind 14 Zentimeter groß. Es wiegt
200 Gramm. Die Mutter hat auf ihre Art Teil an diesem Wohlbehagen, vergleichbar
dem, was das Kind in seinem Fruchtwasser schwimmend empfindet. Für sie ist
es wohl die schönste Zeit der Schwangerschaft. Die Anpassungsschwierigkeiten
der ersten Wochen sind fast vergessen. Das Tragen des Kindes im Uterus ist nicht
beschwerlich. Der Frauenarzt kann Mutter und Vater nun besser mit dem kleinen Erdenbürger
bekanntmachen. Im Ultraschallbild ist der kleine Körper mit einigen Einzelheiten
immer besser zu erkennen. Auch die Herztöne können gut hörbar vermittelt
werden. |
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Im fünften Monat |
Nun meldet sich der kleine Einwohner in direkter Weise bei seiner Mutter. Sein Strampeln
und Treten wird spürbar. Er ist aber auch inzwischen schon etwa 20 Zentimeter
groß geworden. Er wiegt zwischen 300 und 400 Gramm. Mutter und Kind stehen
in einem ständigen, direkten Kontakt: »Es hat sich bewegt!« Das
kann sich die Mutter jetzt auch direkt handgreiflich machen, wenn sie mit den Händen
ihren Bauch umgreift und mit leichtem, einseitigem Druck ihr Kind von einer Hand
in die andere schiebt. Sie merkt vielleicht noch ein weiteres: Bei lauten Geräuschen
zuckt ihr Kind zusammen, was signalisiert, wie feinsinnig weit das Gehör ihres
Kindes schon ausgebildet ist. Geduldige Beobachtung
zusammen mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt bringt vielleicht noch einige
wunderschöne Eindrücke mehr für die staunende Mutter und den mitbeobachtenden
Vater: wie ihr Kind im Fruchtwasser herumturnt, die Hände vor dem Gesicht bewegt,
nach der Nabelschnur greift und sogar auch dabei erwischt werden kann, wie es am
Daumen lutscht. Das ist keine verniedlichend denkende Interpretation. Der Mund hat
längst seine Eigenbewegungen aufgenommen, die seiner Aufgabe der Nahrungsaufnahme
jetzt schon entsprechen. Das Kind trinkt regelmäßig vom Fruchtwasser,
schluckt hinunter, was der Mund aufgenommen hat. Dies mag spielerisch anmuten. Es
ist aber, wie wir später sehen werden, Teil einer wichtigen Aufgabe im steten
Wechsel des Fruchtwassers, in den auch der Fet einbezogen ist. Eine Mutter, die
ihr erstes Kind erwartet, ist sich meist erst am Ende des fünften Monats der
gespürten Kindsbewegungen sicher. Hat eine Frau schon früher einmal geboren,
weiß sie schon 14 Tage vorher (etwa in der 18. Schwangerschaftswoche) ein
sanftes Ziehen und Glucksen im Bauch in diesem Zusammenhang zu deuten. |
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Im sechsten Monat |
Das Kind wird langsam auf "draußen" vorbereitet. Auch die unverwechselbaren
Fingerleisten sind da. Im letzten Schwangerschaftsabschnitt, zwischen seiner 24.
und 58. Lebenswoche, bereitet sich das Kind mehr und mehr auf sein Leben "draußen"
vor. Anfangs ist der kleine Körper noch mager. Die Muskeln werden kräftiger.
Um sie beginnt sich
ein Fettpolster zu legen, das eines Tages nicht nur Energiedepot, sondern vor allem
auch ein wärmendes Gewand sein wird. "Draußen" wird es kühler
sein als im Mutterleib. Die Haut ist längst mit zahlreichen feinsten Haaren,
Lanugohärchen, besetzt. Auch das erste Kopfhaar sprießt.
Die Talgdrüsen sondern nun reichlich eine cremeartige weißliche Substanz
ab, die sogenannte Käseschmiere (Vemix caseosa). Sie bedeckt die Hautflächen,
damit sie nicht vom Fruchtwasser angeweicht werden. Auf den Fingerkuppen gestalten
sich jene feinen Leisten, die später die Fühl- und Greiffähigkeit
der Finger unterstützen. Sie werden ein Leben lang in ihrer Linienführung
jeden Menschen unverwechselbar machen ("Fingerabdruck"). Finger- und Zehennägel
sind da. Das Kind wiegt nun etwa 800 Gramm und ist zwischen 30 und 35 Zentimeter
groß. |
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>> Monate 7-9 |
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